Alfetta GT 1974 -1976
Bauzeit: 1974 - 1976
Stückzahl: 21 947

Die Alfetta GT wurde 1974 der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Gegensatz zu den bisherigen Gepflogenheiten von Alfa Romeo wurde die Karroserie nicht bei Bertone sondern unter Mitwirkung von GIORGIO GIUGIARO im Alfa Studio Centro Stile entworfen. Zu den sachlichen Vorzügen der GT-Karosse gehörten gute Sichtverhältnisse, ausserordentlich geringer Luftwiderstand (Cw 0.39) und gegenüber den Bertone GTV Modellen viel grössere Innenraum - genug Platz für vier Personen und 240 Liter Kofferraum.


Der 1.8 Liter überzeugte nicht nur durch einen guten Ton sondern auch durch makellose Übergänge beim Gasgeben und durch ausgezeichnete Elastizität.
Steckbrief des Motors:
Vierzylinder Reihenmotor, Bohrung x Hub 80 x 88.5 mm, Hubraum 1779 ccm, Verdichtung 9,5:1, Leistung 121 PS bei 5500 U/min, maximales Drehmoment 17,0 mkp bei 4400 U/min, zwei obenliegende Nockenwellen über Kette angetrieben, hängende Ventile über Tassenstössel betätigt, fünffach gelagerte Kurbelwelle; zwei Weber Flachstrom-Doppelvergaser 40 DCOE 72/73 oder Dell`Orto DHLA 4 OF, Gewicht vollgetankt 1110 kg.
Fahrleistungen (AMS-Messung 1974)
Beschleunigung 0 - 100 km/h : 10,3s
Höchstgeschwindigkeit: 194,6 km/h

Neu Wege beschritt Alfa Romeo beim Entwurf des Armaturenbretts. Direkt vor dem Fahrer sass allein der üppig dimensionierte Drehzahlmesser, während die übrigen Instrumente - grosser Tachometer sowie kleine Anzeigen für Tankinhalt, Öldruck und Wassertemperatur - in die Mitte gerückt wurden. Dieses Design in einer Zeit der Geschwindigkeitsbegrenzungen und Ökrise erschien vielen snobistisch; aber eine Alfa Romeo Motor fährt man eben nach Drehzahl.

Während die Sitzflächen für gross gewachsene Personen etwas zu kurz waren, gab die Seitenführung der mit atmungsaktiven Stoff überzogenen Sitze keinen Anlass zur Klage - ebensowenig wie die Verstellmöglichkeiten; die Rückenlehne liess sich mit einem Handrad stufenlos justieren und der Fahrersitz war, wie auch das Lenkrad, höhenverstellbar.

Witziges Detail: Mit den Fahrleistungen hatte man in jeder Situation genug Reserven und hätte eigentlich zufrieden sein können - wenn man nicht gewusst hätte, dass Alfa Romeo mit der 2.0 Liter Version einen Motor im Programm hatte, der alles noch besser konnte (0 - 100 km/h 9.0s statt 10.3s und 200 km/h statt 194, 6). Der Bertone GTV 2000 wurde weiterhin angeboten genau zum gleichen Preis wie die Alfetta GT von damals 17 990 DM.

Hier die Silhouette der Alfetta GT im Vergleich zum Bertone GTV. Diese Grafik zeigt den wesentlich grösseren Innenraum der Alfetta GT bei etwa gleicher Länge.